Kleine Fahrradreifenkunde

Hallo liebe Fahrradfreunde!

In loser Reihenfolge veröffentliche ich zu Beginn eine kleine Fahrradreifenkunde, die Euch helfen soll, euer Sportgerät besser zu warten, kleine Reparaturen selbst vorzunehmen und vor allem bei Pannen unterwegs nicht hilflos am Straßenrand zu stehen.

Diese Tipps wenden sich ausdrücklich nicht an den „Profi“ unter euch, der mehrere tausend Kilometer im Jahr auf seinem Rennrad oder Mountainbike abspult, an Wettbewerben teilnimmt und der gleich mehrere Räder samt Werkzeug und Ersatzteilen in seinem gut ausgestatteten Fahrradkeller hat. Ihm muss ich nicht erzählen, was er mitnehmen muss, um bei einer Panne alles Nötige zur Hand zu haben, wie man einen Reifen aufzieht, einen Schlauch auswechselt oder flickt.

Ich wende mich vielmehr an Eltern, die mit ihrer Familie eine Radtour machen und sich nicht von einer einer kleinen Panne den Spaß verderben lassen wollen. Auch größere Kinder, die eine Tour in die Umgebung machen, können sich schon selber helfen.

Da ich kein Fahrradmechaniker bin, erzähle ich euch aus der Sicht eines „Normalradlers“ wie ich es mache, wenn es mir selbst mal passiert. Es wird also keine technische Anleitung voller Fachbegriffe sein, sondern lediglich eine kleine Hilfe zur Selbsthilfe ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Sollte ich etwas vergessen, nicht richtig oder unvollständig dargestellt haben, bitte ich euch, es mir unter swientek@lau-net.de zu schreiben, damit ich eure Anregungen in Kleine Fahrradreifenkunde mit veröffentlichen und dadurch die Artikel ständig erweitern und verbessern kann.

Euer
Reiner Swientek
(Autor)

 


Der richtige Reifendruck

Der Reifendruck ist entscheidend für die Lebensdauer eurer Reifen, er ist für den Rollwiderstand und die Laufeigenschaften sowie den Fahrkomfort verantwortlich. Wichtig: Einen Richtwert, welchen Reifendruck ihr mit eurem Reifen nach Herstellerangaben fahren solltet, könnt ihr auf der Reifenflanke ablesen. Zudem spielt das Gewicht des Fahrers eine Rolle.

Zu niedriger Luftdruck erhöht den Reifenverschleiß, Risse in der Seitenwand können entstehen. Eine vermeidbare Panne, die durch zu niedrigen Reifendruck entsteht, stellt das Durchschlagen des Reifens dar: Der Reifen wird zwischen Felge und Hindernis (Stein etc.) eingeklemmt. Folge ist ein sog. Durchschläger, zwei Löcher im Schlauch, ähnlich einem Schlangenbiss. Zudem kann die Reifenflanke selbst beschädigt werden. Bei schmalen Rennradreifen kann ein Durchschläger zu einem Speichenriss und sogar zu einem irreparabelen Höhenschlag der Felge führen. Durch einen Speichenriss (Abriss der Speiche, meist am Speichenkopf) bekommt das Rad eine „8“, d.h. es läuft nicht mehr zentriert und schlägt nach der Seite aus. Dann bleibt nur eins: Felgenbremse öffnen und langsam nach Hause humpeln. Wenn eine zweite Speiche reißt, ist Schluß mit Lustig, dann ist der Ausschlag so groß, dass man meist garnicht mehr fahren kann.

Reifendruck-Tabelle

Grundsätzlich gilt: Je höher der Reifendruck, desto geringer der Rollwiderstand, das Rad rollt leichter und die Pannenanfälligkeit wird geringer. Gleichzeitig sinkt mit höherem Druck die Federugsfähigkeit des Reifens, das Fahrrad fährt sich härter. Der notwendige Druck hängt mit von der Reifenbreite und dem Gewicht des Fahrers ab. Das Fahrradgewicht spielt dabei keine Rolle. Je schmaler der Reifen, desto höher muss der Reifendruck sein. Auch sog. „unplattbare“ Reifen können diese Vorgabe nur erfüllen, wenn sie mit dem richtigen Luftdruck gefahren werden.
Richtwerte bei einem Fahrergewicht von ca. 75 kg:
➔ 20 mm – 9,0 bar
➔ 23 mm – 8,0 bar
➔ 25 mm – 7,0 bar
➔ 30 mm – 5,5 bar
➔ 40 mm – 4,0 bar
➔ 54 mm – 2,5 bar
➔ 60 mm – 2,0 bar
Im Gelände, auf Schnee oder bei Downhill-Fahrten mit dem Mountainbike wird mit etwas weniger Luftdruck gefahren, einerseits um die Traktion zu verbessern, andererseits um Reifenplatzern vorzubeugen.

Reifendruck prüfen

Auch wenn ein Fahrradschlauch in Ordnung ist, kann er pro Monat bis zu 1 Bar Druck verlieren. Regelmäßige Kontrolle ist daher nötig. Einfacher Daumendruck reicht da nicht. Eine Luftpumpe mit Manometer kann den genauen Wert anzeigen. Es gibt sie als Handpumpe, die man am Fahrrad befestigt mitnehmen kann, oder auch als Standpumpe, die per Hand oder Fuß betätigt werden, für den heimischen Fahrradkeller. Wer Schläuche mit Autoventil verwendet kann natürlich das Aufpumpen und die Kontrolle auch an der Tankstelle durchführen.

Für die meisten Normalradler wird die Befüllung der Reifen mit Luft ausreichen, Hauptsache der Druck stimmt. Fahrradreifen, die Extrembelastungen ausgesetzt sind, beispielsweise im Einsatz bei MTB- oder BMX-Rennen oder in Einsatz beim Fahrradtrail, kann Reifengas (Stickstoff) verwendet werden. Dies ist jedoch mit Kosten pro Füllung verbunden und muß ebenfalls regelmäßig überprüft werden.

Draht- oder Faltreifen

Die meisten Normalradler werden mit Drahtreifen fahren, zumal Neuräder meist mit diesen bestückt sind. Das hat durchaus Vorteile. Drahtreifen sind mit zwei Drahtringen ausgerüstet, die den Reifen sicher und fest in der Felge halten, sie sind dicker, was sie etwas schwerer macht aber die Pannensicherheit erhöht. Sie sind meist auch günstiger als Faltreifen. Die Montage ist wegen des strammen Sitzes des Reifens in der Felge etwas schwerer. Etwas Montierpaste wirkt da Wunder. Drahtreifen eignen sich nicht zur Mitnahme auf Fahrradreisen, weil man sie nicht zusammenfalten kann.

Dort wo es auf Gewichtsersparnis ankommt, hat der Faltreifen seinen Platz. Anstatt der Drahtringe sind solche aus den unterschiedlichsten Gummi- und Kunststoffmischungen verbaut. Sie ermöglichen das Zusammenfalten des Reifens und die Mitnahme in einer Reifentasche. Der Reifenwechsel geht schneller, weil der Reifen sich einfach leichter an- und abziehen lässt.

 

Ich hoffe, dass Dir diese Kleine Fahrradreifenkunde etwas gebracht hat. Hier geht es zum Hauptartikel Fahrradreifen Test zurück.

Der Preisknüller – Zum Sparangebot

H I E R   K L I C K E N !

 

Fahrradreifen Schlauch Platz 5